Gedenkfeier für die 120 ermordeten Menschen  aus Markgröningen

Virtuell – Online bei youtube.com – der Link zur Gedenkfeier ist demnächst zu finden unter www.habila.de ,  Mittwoch 27. Januar 2021 19 Uhr

Mit einer Begrüßung der Leitung Habila Markgröningen Antje Michaelis, einem Grußwort von Bürgermeister Rudolf Kürner, einem musikalischen Beitrag von Elena Rachelis und einem kurzen Beitrag von Marc Haiber (AK Mahnmal) zum Leben des von Markgröningen nach Grafeneck deportierten und ermordeten Eugen Krauss.

Im Jahr 1940 wurden 120 Menschen aus der damaligen Landesfürsorgeanstalt Markgröningen (der heutigen Habila GmbH) nach Grafeneck deportiert und sofort nach Ankunft vergast.
Am 27. Januar 1945 wurde das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau von der Roten Armee befreit.
Seit 1996 ist der 27. Januar deshalb der nationale Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus. 2005 wurde dieser Tag von den Vereinten Nationen zum internationalen Gedenktag erklärt.
Die 120 Menschen aus Markgröningen waren Opfer der menschenverachtenden Ideologie des Nationalsozialismus. Immer am 27. Januar wird diesen Menschen in Markgröningen bei der Habila GmbH gedacht.
Die Erinnerung gilt an diesem Tag ebenso allen Opfern des Nationalsozialismus.

Der Arbeitskreis Mahnmal leistet seit knapp 25 Jahren kontinuierlich Erinnerungsarbeit für die 120 Opfer aus Markgröningen und ist Veranstalter der Gedenkfeier.
Trotz der  Corona-Pandemie ist es ihm wichtig, auch 2021 diese für die 120 Opfer aus Markgröningen zu durchzuführen. Hierzu entschied man sich für ein weitaus kürzeres Format wie sonst, online und virtuell, bei der Video-Streaming-Plattform YouTube. Ab 19 Uhr wird die Gedenkfeier am 27. Januar 2021 gesendet. Die Gedenkfeier ist demnächst zu finden im Internet unter www.habila.de – dort findet man einen entsprechenden Link. Das ca. 20-25 minütige Video steht anschließend zum Abruf noch bis einschließlich 31. Januar 2021 zur Verfügung.
Anstatt wie sonst zu Beginn der Gedenkfeier einer Gedenkminute am Mahnmal für die 120 Opfer aus Markgröningen abzuhalten, bekommt das Gedenken einen würdigen Rahmen durch einen musikalischen Beitrag von Elena Rachelis. Die kammermusikalische Pianistin spielte in vielen bedeutenden Konzertsälen und hatte schon zahlreiche Radio- und Fernsehaufnahmen (ZDF, BR, BR 4 Klassik). Ihre Kunst wurde zudem auf mehreren Tonträgern veröffentlicht.

Die Ermordung der 120 Menschen aus der damaligen Landesfürsorgeanstalt Markgröningen ist nicht nur Teil der Geschichte der heutigen Habila GmbH, sondern auch Teil der Stadtgeschichte Markgröningen. Stellvertretend hierfür spricht deren Bürgermeister Rudolf Kürner ein Grußwort.

Das Recht auf Menschenwürde und Leben wurde im Nationalsozialismus millionenfach unter anderem Menschen mit Behinderung und Menschen jüdischer Herkunft abgesprochen. Die Nazis nahmen den Opfern ihren Namen und gaben ihnen stattdessen Nummern. Das Vergessen der Vernichtung wäre Teil der Vernichtung selbst. Auch deshalb ist es dem Arbeitskreis Mahnmal wichtig, den Opfern ihre Namen zurückzugeben und deren Geschichten sichtbar zu machen. Stellvertretend für die 120 Opfer stellt Marc Haiber vom Arbeitskreis Mahmal deshalb am Gedenktag die Lebensgeschichte von Eugen Krauss vor. Er wurde in der Tötungsanstalt Grafeneck ermordet, nachdem die sogenannten grauen Busse zum zweiten Mal am 9. September 1940 für den Massenmord nach Markgröningen kamen.
Unter der Tarnbezeichnung „Aktion T 4“ wurden von 1940-1941 mehr als 70 000 Menschen mit Behinderungen ermordet. Die Tötungsanstalt Grafeneck auf der Schwäbischen Alb wurde dafür als zur ersten von insgesamt sechs Tötungsanstalten umgebaut.

 

 

 

 

Termine unserer Treffen

1. Februar (wahrscheinlich wieder Video-Konferenz, bitte nachfragen), 1. März, 12. April, 3. Mai, 7. Juni, 5. Juli, 13. September, 4. Oktober, 8. November, und 6. Dezember 2021 in der Schillerstraße 13/2 Büro „Info & Idee“

Stolpersteine – zu Besuch bei verfolgten Nachbarn

Dieser Rundgang durch die Ludwigsburger Innenstadt oder die West­stadt führt zu Orten, die den Nazi-Terror in der Stadt ins Gedächtnis rufen. Wir begegnen einigen der rund 70 »Stolpersteine«, welche an das Schicksal der Bürgerinnen und Bürger erinnern, die zu jener Zeit ermordet wurden. Zudem gelangen wir an den Synagogenplatz, der im Laufe der Jahrzehnte schon für viele Diskussionen gesorgt hat.

Gästeführer: Aktive der Stolperstein-Initiative bzw. des Arbeitskreises »Dialog Synagogenplatz«
Eintritt: frei, um Spenden wird gebeten
Treffpunkt: Musikhalle am Bahnhof
Beginn: jeweils 16.00 Uhr
Dauer: ca. 1,5 Stunden

Termine: (Weitere Führungen nach Vereinbarung)
Sa, 27.3.2021 Innenstadt
Sa, 19.6.2021 Fahrradführung Vororte
Sa, 25.9.2021 Weststadt

Kontakt und Anmeldung
Stolperstein-Initiative Ludwigsburg
Schillerstraße 13/1 71638 Ludwigsburg
Tel.: 07141 8547755
hoppla@stolpersteine-ludwigsburg.de

Betr.: Stolperstein für Karl August Ebel

Ein Kommentar von Frau G. anlässlich der Verlegung des Stolpersteins für Karl August Ebel (am 8. Juli 2020 in der Ludwigsburger Gartenstraße 17) hat bei uns und anderen Adressaten, die neben der Stolperstein-Initiative das Schreiben zugeschickt bekamen, für Irritationen gesorgt. Mit der nachfolgenden Stellungnahme wollen wir die Arbeit der Stolperstein-Initiative transparent und nachvollziehbar machen und die Entscheidung für den Stein und seine Verlegung detailliert begründen. Wir hoffen, dass alle in diesem Zusammenhang aufgetauchten Fragen sich dadurch beantworten lassen.

Hier geht es zu der Stellungnahme

Gedenkfeier für die 120 ermordeten Menschen aus Markgröningen am 27.01.2020

Im Jahr 1940 wurden 120 Menschen aus der damaligen Landesfürsorgeanstalt Markgröningen nach Grafeneck deportiert und sofort nach Ankunft vergast. Am 27. Januar 1945 wurde das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau von der Roten Armee befreit. Diese Befreiung jährt sich nun zum 75. mal.

Seit 1996 ist der 27. Januar deshalb der nationale Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus, 2005 wurde dieser Tag von den Vereinten Nationen zum internationalen Gedenktag erklärt. Der Arbeitskreis Mahnmal leistet seit über 20 Jahren kontinuierlich Erinnerungsarbeit für die 120 Opfer aus Markgröningen und war Veranstalter der Gedenkfeier. Er konnte den Menschenrechtsbeauftragten der Landesärztekammer Baden-Württemberg, Dr. Robin T. Maitra, für ein Referat über „Die ärztliche Verantwortung am Krankenmord im Nationalsozialismus“ gewinnen, der uns freundlicherweise sein Manuskript für diese erfreulicherweise sehr gut besuchte Veranstaltung zur Verfügung gestellt hat.

Manuskript (pdf)